Phillis Award

Philipp "Phillis" Timmermann war ein Frisbeespieler aus Deutschland, der während mehreren Jahren beim FAB Open gespielt hatte. Im Juni 2012 verstarb er im Alter von 33 Jahren an den Folgen eines Hirntumors. In Andenken an seinen leidenschaftlichen Einsatz für das Ultimate, haben Freunde und Angehörigen von ihm den Phillis Award ins Leben gerufen. Dieser macht es möglich, dass seither jedes Jahr eine motivierte Nachwuchsspielerin oder ein motivierter Nachwuchsspieler in die USA reisen und dort an einem Trainingscamp teilnehmen kann.

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Phillis und die Flying Angels:

Ende der Neunzigerjahre haben die Flying Angels immer häufiger an Turnieren im benachbarten Ausland teilgenommen. Die mitteleuropäische Ultimate Szene war damals klein und überschaubar – "man kannte sich". Das erste Aufeinandertreffen mit Phillis, an das ich mich erinnern kann, war das Finale am Harbour Ultimate Turnier in Rotterdam 2001. Wir führten damals und der Sieg lag in greifbarer Nähe. Gegenüber standen aber die unnachgiebigen Athleten aus Berlin, unter ihnen Phillis als einer der härtesten Arbeiter auf dem Feld. Wir verloren das Spiel – gegenseitiger Respekt entstand.

Die nächsten Jahre haben sich unsere Wege immer wieder gekreuzt. War dies an grossen Turnieren wie EM und WM oder auch an diversen anderen Turnieren in Italien, Deutschland oder anderswo – "wir kannten uns". An Turnieren wurde gegrüsst, gequatscht und auf dem Feld hart gegeneinander gespielt. Wir haben in Bern an unseren Skills, Taktiken und Systemen gefeilt. Phillis tat dasselbe mit seinem Team in Deutschland und dem Deutschen Nationalteam. Ende 2008 trafen wir uns dann per Zufall in Los Angeles – beide in den Ferien. Wir warfen am Strand Scheiben, feierten Parties und schlossen Freundschaft. Wir philosophierten über gemeinsame Turniere und das gemeinsame Verständnis unseres Sports. Obwohl wir bisher noch nicht zusammen trainiert und gespielt hatten, wurde schnell klar, dass wir den Sport in der gleichen Art verstanden und die gleichen Ziele verfolgten.

Phillis kam zusammen mit Jan Rether daraufhin für die Saison 2009 zu den Flying Angels. Ja, und trotz grosser Distanz zum Wohnort besuchten die beiden regelmässig Trainingsweekends in Bern und nahmen an allen Teamturnieren mit uns teil. Phillis verlieh durch seine positive Art, Freude am Sport und seinem unendlichen Fleiss dem Team einen zusätzlichen Schub. Er war ein Leader. Das Team profitierte enorm von ihm, insbesondere auch dadurch, dass er sich toll ins Team einfügte und die Teamziele kompromisslos mitverfolgte. Nach einer tollen Saison 2009 zählte Phillis 2010 bereits zum Kern des Teams und leistete einen wichtigen Beitrag zum gemeinsamen EUCF Erfolg in Lloret de Mar. Gemeinsam hatten wir unser Ziel das erste Mal erreicht und gemeinsam feierten wir. Eine unvergesslich intensive Zeit und Phillis war mittendrin! So viel ich weiss, war der gewonnene Final sein letztes kompetitives Ultimate-Spiel. Kurze Zeit später wurde seine Krankheit entdeckt. Dennoch reiste Phillis 2011 nach Brügge, um sein Team, die Flying Angels, im Finale der EUCF zu unterstützen. Es war wunderbar ihn dabei zu haben und auf dem Siegerfoto für immer fest zu halten! Phillis – zweifacher EUCF-Sieger.

Phillis, Du warst ein Typ. Danke für alles, was Du für uns, den Sport und Deine Mitmenschen warst und bist. Du fliegst mit uns weiter.

Deine Flying Angels Bern

(Lorenz Stauffer)

FAB Open 2009